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30. Januar 2026

Zur närrischen Zeit steigt das Risiko für Übergriffe mit K.O.-Tropfen

Gemeinsam mit Polizei und Rettungsdienst klären wir auf, wie man sich schützen kann. Fasnet, Fasching, Karneval bedeutet Feiern, Nähe, volle Säle und ausgelassene Stimmung. Doch genau diese Situationen nutzen Täter aus, um unbemerkt K.O.-Tropfen in Getränke zu mischen. Gemeinsam mit unserer Notfallsanitäterin Celine Steiner und PHKin Sandra Müller – zeigen wir wie gefährlich diese Substanzen sind und wie man sich schützen kann.

Was sind K.O.-Tropfen – und warum sind sie so gefährlich?

K.O.-Tropfen sind meist farblose, geruchs- und geschmacksneutrale Substanzen wie GBL oder GHB. Sie wirken schnell, machen orientierungslos, wehrlos oder bewusstlos – und sind nur kurz nachweisbar. Das Bundesjustizministerium weist darauf hin, dass diese Stoffe häufig zur Begehung von Raub- und Sexualdelikten eingesetzt werden und deshalb als besonders gefährlich eingestuft sind.

Aktuelle Entwicklungen und rechtliche Lage

Der Deutsche Bundestag hat 2025 ein Gesetz verabschiedet, das den Missbrauch von K.O.-Tropfen stärker bekämpfen soll. Die Stoffe GBL und BDO wurden dabei ausdrücklich als gefährliche Substanzen eingestuft, die häufig für Übergriffe genutzt werden.

Auch der Bundesrat betont, dass K.O.-Tropfen leicht erhältlich sind und zunehmend missbraucht werden – besonders im Umfeld von Partys und Großveranstaltungen.

Warum die närrische Zeit besonders riskant ist

Karneval, Fasnet und Fastnacht bringen:

  • volle Kneipen und Festzelte

  • viele offene Getränke

  • Gedränge und eingeschränkte Aufmerksamkeit

  • erhöhten Alkoholkonsum

Genau diese Faktoren erleichtern Tätern das unbemerkte Beimischen der Substanzen.

 

Woran man einen möglichen Vorfall erkennt

Betroffene berichten häufig über:

  • plötzliche starke Benommenheit

  • Erinnerungslücken

  • Übelkeit oder Schwindel

  • Kontrollverlust über Bewegungen

  • „Film­riss“ trotz wenig Alkohol

Wenn mehrere dieser Symptome plötzlich auftreten, sollte man sofort Hilfe holen.

 

So schützt man sich präventiv

Diese Tipps werden auch von Polizei, Präventionsstellen und Hilfsorganisationen empfohlen:

  • Getränke niemals unbeaufsichtigt stehen lassen

  • Nur verschlossene Flaschen oder Getränke direkt vom Tresen annehmen

  • Keine Drinks von Unbekannten annehmen

  • Im Freundeskreis gegenseitig aufeinander achten

  • Bei Unsicherheit: Getränk wegschütten

  • Frühzeitig den Notruf 112 wählen, wenn jemand plötzlich wegtritt 

Was tun im Verdachtsfall?

Wenn jemand möglicherweise K.O.-Tropfen bekommen hat:

  • Sofort 112 rufen

  • Person nicht alleine lassen

  • Für Ruhe sorgen

  • Keine weiteren Getränke geben

  • Polizei informieren – K.O.-Tropfen sind Straftaten

Warum uns das Thema so wichtig ist

Immer wieder kommt es in Deutschland zu Übergriffen mit K.O.-Tropfen – besonders in der närrischen Zeit. Offizielle Stellen wie das Bundesjustizministerium und der Bundesrat warnen seit Jahren vor der steigenden Gefahr und haben rechtliche Maßnahmen verschärft.